Krippenlandschaft 2008 in St. Peter

 



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Krippenlandschaft St. Peter Bous Weihnachten 2008

Um diese Krippenlandschaft zu verstehen ist wohl ein Schwenk zurück nötig, nämlich in die nun zurückliegende Adventzeit.
Vom 17. – 24. Dezember gibt es in der Liturgie den Brauch, die sogenannten „O – Antiphonen“ zu singen, besonders im Stundengebet, genauer in der Vesper.
Aber auch in der Hl. Messe.
In diesen wird ein ganz besonderer alttestamentlicher Hoheitstitel für Gott auf Jesus übertragen, auf den ersehnten Retter.
Vier dieser Antiphonen haben wir an den vier Adventsonntagen gesungen, und in den Predigten bedacht.
Daher finden sich auch die darauf bezogenen vier Symbole in der Krippenlandschaft wieder:
1) die Gesetzestafel: „O Adonai, du starker Gott, du gabst dem Mose dein Gebot, auf Sinai im Flammenschein: streck aus den Arm uns zu befrei’n.“
2) Der Schlüssel: „O Schlüssel Davids, dessen Kraft uns kann entzieh’n der ew’gen Haft: komm, führ uns aus des Todes Nacht, wohin die Sünde uns gebracht.“
3) Der Eckstein: „O König, Sehnsucht aller Welt, du Eckstein, der sie eint und hält: o komm zu uns o Herrscher mild, und rette uns, dein Ebenbild.“
4) Die Wurzel: „O Wurzel Jesse, Jesus Christ, ein Zeichen aller Welt du bist, das allen Völkern Heil verspricht: eil uns zu Hilfe, säume nicht.“
Die Symbole sind mit den entsprechenden „O - Antiphonen“ versehen, um diese nochmal ins Bewusstsein zu rufen, den Zusammenhang herzustellen.
Die Symbole, auf Sand gelegt, sind von Steinen eingekreist, sie stehen zunächst einmal für sich.

Eine Ausnahme bildet die Wurzel.
Joseph, der aus dem Geschlecht David stammt, hält die Stammes - Wurzel in der Hand, aus der heraus Jesus quasi entsprungen ist, aus ihr, aus diesem Stamm geht er hervor, genau wie sein Ziehvater.
Das Jesuskind steht aufrecht in dieser Wurzel. Maria und Josef zeigen ihn uns sozusagen. Sie stellen ihn uns vor als den Messias, den Erlöser, das Heil der Welt. Eben als den, den wir in den O - Antiphonen besungen und ersehnt haben.
Die Wurzel mit dem Jesuskind ist nicht eingegrenzt durch Steine oder einen Stall. Das ist ganz bewusst so.
Die Liebe Gottes, die in Jesus sichtbar, greifbar, fühlbar, erlebbar . . . geworden ist, lässt sich nämlich nicht eingrenzen!!! Sie ist unendlich, grenzenlos, für jeden offen, für jeden da!!!

Die Orchideen im Hintergrund bilden optisch einen schönen Rahmen, und sollen zugleich auch ausdrücken, dass wir mit diesen kostbaren und wunderschönen Pflanzen IHN ehren, der für uns das Kostbarste ist, was es gibt, und für den wir Menschen - jeder einzelne von uns, du und ich - das Kostbarste sind, was es in seinen Augen gibt.
Wir – du und ich – sind es, für die dieser Gott Mensch wurde! Wir, die erlöst wurden durch seine Menschwerdung und seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung. So steht die Krippenlandschaft auch direkt in Sichtkontakt mit dem Kreuz.
Aber auch in der Linie zum Tabernakel, worin ER bis heute spürbar, sichtbar, schmeckbar, und greifbar bei uns ist, wie er verheißen hat: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“

Thomas Ganz, Küster